Hochzeitsbräuche

Uetersen Hochzeitsstadt.de


Warum werden bei der Trauung Ringe getauscht?

Weshalb geht die Braut nicht selbst über die Türschwelle?

Und warum sind die Kleider
der Brautjungfern dem Brautkleid so ähnlich?

Diese und andere der heute noch gängigen Hochzeitsrituale
erzählen von längst vergangenen Zeiten.



Polterabend

Ein Brauch, der schon im 15. Jahrhundert erwähnt wurde:
Die Gäste kommen am Abend vor der Heirat meist ohne Einladung, bringen altes Porzellan und Steingut mit und zertrümmern dies vor der Tür des Paares.
Denn, so lehrt die Überlieferung, Scherben bringen Glück!
Und: Das laute Getöse vertreibt obendrein böse Geister!
Die zukünftigen Eheleute müssen die Scherben zusammen wegfegen als Symbol dafür, dass sie Probleme stets gemeinsam lösen werden.
Achtung: Kein Glas verwenden!
Es gilt traditionell als Symbol für das Glück und darf nicht zerschlagen werden.

Junggesellenabschied

In einigen Gegenden feiert man den Junggesellenabschied, bei dem häufig eine ganze Nacht durchgezecht wird - ein Brauch, der traditionell dem Bräutigam vorbehalten war, inzwischen allerdings auch von den Damen übernommen wurde.
Kurz vor der Hochzeit wird noch einmal getrennt voneinander gefeiert, was das Zeug hält: Der Bräutigam mit seinen Freunden, die Braut mit ihren Freundinnen.

Ehering

Er hat keinen Anfang und kein Ende:
Schon die alten Germanen kannten den Ring als Pfand der Liebe und Treue.
Der Ehering soll ein Leben lang an die gegenseitige Achtung mahnen,
er symbolisiert ewige Liebe und Verbundenheit.
"Something old, something new, something borrowed, something blue ..."
So lautet die Devise gemäß einer sehr alten angelsächsischen Tradition.
Am Hochzeitstag trägt die Braut vier spezielle Gegenstände:

1. etwas Altes, um die Familientradition weiterzuführen,
2. etwas Neues, als Zeichen für die Zukunft und einen neuen Lebensabschnitt,
3. etwas Geliehenes von einem glücklich verheirateten Menschen,
4. etwas Blaues als Symbol für die Treue.

Brautjungfern und Brautführer

Die Kleidung der Brautjungfern soll dem Kleid der Braut ähneln.
Es heißt, dies führe böse Geister in die Irre.
Der Trick:
Die Dämonen wissen nicht mehr, welche der Damen die Braut ist und können kein Unheil anrichten! Auch der Bräutigam hat seine "Bodyguards": die Brautführer.

Blumenkinder

Dieser Brauch stammt ursprünglich aus Amerika:
Beim Auszug des Brautpaares aus der Kirche
verstreuen Kinder Blüten. Dies soll Glück, Fruchtbarkeit und reichen Kindersegen versprechen.

Brautstraußwerfen

Unmittelbar nach der Trauung oder auf dem Höhepunkt des Festes wirft die Braut ihren Brautstrauß über die Schulter in die Menge der anwesenden Gäste.
Warum? Wer noch unverheiratet ist und den Strauß fängt, heiratet als Nächstes.

Hochzeitstorte

Zu den ältesten Hochzeitstraditionen zählt das Anschneiden der Torte:
Schon bei den Römern wurde in der Trauzeremonie gemeinsam Kuchen gegessen.
In England begann man vor vielen Jahrhunderten, für eine Hochzeit viele Torten zu backen, die in abnehmenden Größen gestapelt wurden.
Das Brautpaar musste versuchen, sich über dieses turmähnliche Gebilde hinweg zu küssen, wobei sie den Kuchenstapel nicht umstoßen durften -
das wäre dem Kindersegen abträglich gewesen.
Die Torte wird traditionell mit viel Mehl,
Honig und Mandeln (Zucker und Marzipan) hergestellt.

Entführung der Braut

Die Braut wird von Freunden in eine Lokalität "entführt".
Der Bräutigam hat nun die Aufgabe, die Braut zu suchen,
womit eine oftmals langwierige Odyssee beginnt.
Achtung:
Dieser Brauch sollte gewissenhaft zum Einsatz kommen, da er die Party unterbrechen und die beste Stimmung vermiesen kann.
Denn: Hat der Bräutigam die Braut endlich gefunden,
muss er sie auch noch freikaufen, indem er die gesamte Zeche zahlt!

Über die Schwelle tragen.

Mit nahezu jedem Hochzeitsbrauch sollen böse Geister abspenstig gemacht werden,
so ist auch dieser zur Vertreibung, ungebetener Dämonen gedacht.
Da sie nach altem Aberglauben der Braut ihr Glück nicht gönnen,
verstecken sie sich sogar unter der Türschwelle.
Damit die Braut von den gemeinen Plagegeistern verschont bleibt,
muss der Bräutigam sie über die Schwelle tragen.